Digital Dip #6: Erkenntnisse zur Blockchain 29.08.2018

Es begann mit einer Zeitreise: Jan-Philipp Blessing, Mitarbeiter in der Abteilung Digitalisierung & Development des Commerz Direktservice, nahm rund 40 Kollegen mit auf den technologischen Weg vom Browser über Instant-Messenger- und Social-Media-Plattformen, weiter über die Peer-to-Peer-Technologie bis hin zur Blockchain. „Diese ist die einzige derzeit existierende Computertechnologie, die man nicht hacken kann“, verspricht Blessing, und schon sind alle gespannt. Weiter also: Blockchain, was ist das überhaupt?

 

Eine Technologie, die man nicht hacken kann

 

Die Blockchain zu erklären, ist gar nicht so einfach, doch Blessing gelingt es, seine Zuhörer gut abzuholen und füttert sie in knapp 30 Minuten mit genügend Informationen, um lebhafte Diskussionen in Gang zu setzen. Die Ausgangslage: Bei der Blockchain handelt es sich um eine „dezentral geführte Kontobuchtechnologie.“ Im Grunde geht um eine Kette von Transaktionen, die alle Nutzer dieser „Kette“ sehen können. Einige dieser Nutzer steuern noch die Leistung ihres Rechners bei, denn die Blockchain muss von einem dezentralen Netz an Rechnern gespeist werden. Ein wichtiger Aspekt, denn das macht sie so sicher. Berühmtestes Beispiel: Bitcoin. Sinn und Zweck hier: Vertrauenswürdige Geschäftspartner, sichere Geschäfte, keine Mittler (wie zum Beispiel eine Bank), keine Zuschauer. Der Haken daran: Diese Technologie stellt den idealen Nährboden für Missbrauch dar, erleichtert also ungewollt kriminelle Aktivitäten.

 

Dezentral, sicher, vertrauenswürdig – langsam

 

Und was heißt das jetzt? Dass es Anfang 2015 einen riesigen Hype darum gab, eine große Menge an Unternehmen Millionen von Euro investiert hat (und immer noch investiert), doch alle letztlich vor demselben Problem stehen: Die Blockchain ist nicht nur viel zu langsam, sie ist auch endlich. Eines Tages wird Bitcoin Geschichte sein. Und dort, wo man sie sonst noch nutzen könnte, bringt sie keinen echten Mehrwert. Denn es existiert noch kein sinnvoller Anwendungsfall für sie. Das Ergebnis: Die Entwicklung stagniert.

 

Gerät die digitale Revolution ins Stocken?

 

Spätestens an diesem Punkt entflammte die Diskussion. „Endlich? Kann man da nichts machen?“ – „Zu Langsam? Geht es wirklich nicht schneller?“ – „Kein Anwendungsfall? Nicht einmal in der Industrie?“ Bei einem Thema, das auf den ersten Blick vor allem IT-Kollegen interessiert, springt der Funken auch auf viele weitere Anwesende über, die enthusiastisch über verschiedene Einsatzmöglichkeiten, Chancen und Grenzen diskutieren. Und so kommt es, dass trotz Blessings Fazit – dass die Blockchain ihr Potenzial bedauerlicherweise noch nicht entfalten kann – an diesem Abend noch lange weiter diskutiert wird – bei vielen, so hörte man, auch zu Hause noch.