Digital Dip #8 with Prezi: After-Work mit einem Top-Speaker 21.03.2019

„What do you want to get out of this?” Mit diesen Worten empfängt uns Spencer Waldron, Global Director of Brand Partnerships bei Prezi, bei seinem Vortrag mit dem Titel: Storytelling for Business and Augmented Reality in Presentations. Er startet nicht damit, uns zu sagen, was er tun möchte, sondern vielmehr damit, uns zu fragen, was er für uns tun kann. Indem er nachhorcht, was wir als Publikum erwarten, kreiert er sofort eine gewisse Nähe – und so soll es weitergehen: Lockere Atmosphäre, inspirierende Inhalte und zugleich wertvolle Information, das ist es, was Spencer uns in der nächsten Stunde liefert und wir, die rund 35 Teilnehmer des Digital Dip, haben es aufgesaugt wie ein Schwamm. „Ich hätte ihm noch ewig zuhören können“, sagen viele beim anschließenden Plausch danach. Ein Top-Storyteller referiert zum Storytelling – das Ergebnis: top.

 

Good storytellers tell you something you want to be

 

Spencer erklärt uns, was richtig gutes „Storytelling“ ist, indem er eine richtig gute Story erzählt. Er ist ein Profi und es macht einfach Spaß, ihm zuzuhören. In gerade einmal 60 Minuten lernen wir alles, was eine professionell aufbereitete Geschichte ausmacht. Ganz gleich, ob wir die nächste Präsentation fürs wöchentliche Meeting vorbereiten, unseren Chef dafür gewinnen wollen, mehr Budget in unser Projekt zu pumpen oder aus privaten Diskussionen siegreich hervorgehen. Denn: Gut strukturierte und überzeugend vorgetragene Argumente, angereichert mit dem richtigen Anteil an Emotionen, brauchen wir im Grunde immer und überall.

 

The hero’s journey

 

Wir erfahren, dass es viele verschiedene Theorien rund ums Storytelling gibt – einige davon sind schon richtig alt – das aber alle etwas gemeinsam haben: Emotionen wecken, das Gegenüber für sich gewinnen, Bilder im Kopf entstehen lassen, Potenziale aufzeigen: Letztlich geht es darum, dass unsere Geschichte zur Geschichte des Zuhörers wird, der Wunsch des „Helden“ zum Wunsch des Publikums. Spencer bezieht sich auf große Redner, darunter Steve Jobs oder Barack Obama, und zeigt auf, wie viele der elementaren Grundlagen des Storytelling Profis wie sie unmittelbar anwenden.

 

Leaving no stone unturned

 

Fragen kommen auf: Wie setze ich das in meinem beruflichen Alltag um? Was, wenn ich keinen sich selbst anbietenden „Hero“ habe wie bei Harry Potter, was, wenn meine Botschaft nicht ganz so „catchy“ ist wie die Wandlung Luke Skywalkers vom Farmerssohn zum Jedi-Ritter? Egal, meint unser Speaker, jede Story habe etwas Besonderes, auf die Details komme es an. „Leave no stone unturned“, rät Spencer und zielt damit insbesondere auf Präsentation vor Entscheidungsträgern ab, die es ganz genau wissen wollen.

 

Find the gaps

 

Und auch auf die Herausforderungen der digitalen Informationsgesellschaft reagiert er gelassen. Wir leben in einer digitalen Welt, Menschen informieren sich, es ist nicht mehr so einfach, zu überraschen – oder? „Find the gaps“, sagt Spencer und meint damit, dass wir genau auf die wenigen kleinen Informationslücken aufspringen sollten, die unsere Zielgruppe hat. Es geht also gar nicht darum, immer zu 100 Prozent zu zeigen, was die wichtigen fünf Kernbotschaften meiner Präsentation sind. Vielleicht geht es nur um eine davon, doch genau diese füllt die Wissenslücke meines Gegenübers und wird dadurch gerade relevant.

 

People remember 10 percent of a presentation

 

10 Prozent – das sei die Menge an Informationen, die der durchschnittliche Zuhörer nach einem Vortrag behält. Wenn man also etwas zu sagen hat, ganz gleich in welchem Kontext, mit welchem Ziel und an welche Zielgruppe gerichtet, so sollte man sich eines ganz genau überlegen: „Was von dem, das ich jetzt sage, sollte unbedingt hängenbleiben?“

 

Think different

 

Den Abschluss macht ein Video von Steven Jobs, das veranschaulicht, wie man es schafft, mit wenigen Sätzen alles zu sagen und zugleich dafür zu sorgen, dass es niemand vergisst: Pausen, Wiederholungen, „wearable meanings“, soll heißen: Knackig-coole Aussagen, die tragbar sind wie ein Werbeslogan. So wie „think different“, dem berühmten Apple-Spruch.

Fest steht: Bei der nächsten Präsentation werde ich mich fragen: Würde man diese Kernaussage(n) auf ein T-Shirt drucken? Ja? Dann habe ich (oder der jeweilige Speaker) schon gewonnen.

 

Thank you, Spencer!