Digital Dip #9: Mit Vollgas & Magie durch die neue Arbeitswelt 19.07.2019

Eine Reise durchs VUCA-Land mit Manuel Bigus

 

 

Wir sind im Auto unterwegs, es heißt VUCAR und wir ahnen, wo die Reise hingeht: Ins VUCA-Land! Aber keine Sorge, wer damit nichts anfangen kann oder (bisher) nichts davon gehalten hat, kann beruhigt einsteigen, denn unser Fahrer, der Speaker des Abends, ist Manuel Bigus und trotz seines jugendlichen Aussehens kein Digital Native: „Als Finanzcontroller gehöre ich naturgemäß nicht zu den Early Adopters“, sagt er mit einem Augenzwinkern, „aber ich stehe jetzt hier, hantiere mit Prezi, IdeaWall und Samsung Flip und möchte euch erstmal erzählen, wie es dazu kam.“ Und wie es dazu kam, ist ganz einfach: Hier im CDS gehört das Thema Digitalisierung und „VUCA“ für viele zum täglich Brot. So auch für Manuel, der vor einiger Zeit die Aufgabe erhalten hat, „Einkauf“ und „Buchhaltung“ zu digitalisieren. Das erklärt den Dip-Titel „Buchhaltung 4.0“ – in Wahrheit, so stellt sich schnell heraus, geht es um mehr. Also anschnallen, los geht die Reise!

 

VUCA oder die Begegnung mit „Gandalf“

 

 

Es steigt Nebel auf und wir erkennen schemenhaft eine Figur, die „Gandalf“ aus dem Herrn der Ringe zum Verwechseln ähnlich sieht. Dieser gibt uns einen kurzen Exkurs zu den Begriffen hinter der Abkürzung VUCA und deren Bedeutung. In der Quintessenz beschreibt VUCA die Herausforderung der modernen (Unternehmens-) Welt.

 

The Spinning Dancer: Warum Wahrnehmung subjektiv ist

 

 

Ein wunderbares Beispiel für das Phänomen der Mehrdeutigkeit (Ambiguity) ist die Tänzerin, die sich für die meisten im Uhrzeigersinn, für einige entgegen des Uhrzeigersinns und für die ganz toughen in beide Richtungen dreht. „Das kann man lernen“, sagt Manuel, „ich habe sie mir so lange angesehen, bis ich beide Drehungen erkennen konnte.“ Faszinierend ist, was immer man sieht – alles ist richtig. Was soll uns das lehren? Dass es häufig kein „richtig“ oder „falsch“ gibt, und folglich immer seltener den Top-Experten mit dem Top-Spezialwissen. Die Welt ist mehrdeutig, verändert sich, die Zeiten sind unsicher und bergen so viele Möglichkeiten wie Risiken. Vielen macht das Angst, sie suchen nach der „alten Routine“, auch Manuel gibt zu: „Die Digitalisierung wirft durchaus Fragen auf wie ‚werde ich jetzt wegrationalisiert?‘ Aber man kann es auch als Chance sehen.“ Wem das nicht so leichtfällt, der kann sich von Experten Inspiration holen. Einen solchen hatte Manuel in Form eines Videos dabei: Redner und Coach Ralph Goldschmidt.

 

 

Das agile Mindset: Ja-Sager sein!

 

 

In seinem Vortrag „Agil & kraftvoll durch die VUCA-Welt“ bringt Goldschmidt wunderbar auf den Punkt, warum wir die VUCA-Welt nicht nur tolerieren, sondern akzeptieren und mit offenen Armen empfangen sollten. Er zeigt, warum Widerstand Kraft raubt und appelliert an seine Zuschauer, diese darin zu investieren, sich für Digitalisierung & Co. neu aufzustellen: „Wo geht meine Kraft, meine Energie hin, wenn ich im Widerstand bin? Die geht komplett in den Widerstand!“ Stattdessen solle man zum Wandel „Ja“ sagen und alles, was er mit sich bringt, „radikal akzeptieren“. Denn das, was ist, sei auch ohne unsere Zustimmung so. „Den Kampf gegen die Realität kannst du nicht gewinnen!“

 

 

Und was heißt das jetzt für uns?

 

 

Manuel nimmt uns weiter auf seine Reise, wir besuchen „Mutti“, die Commerzbank, und erfahren, was sie in Sachen Digitalisierung und Agilität besonders umtreibt, wir schauen noch einmal tiefer ins VUCA-Konzept „Schwarm“, „Plattform“ und „Nervensystem“ im Hinblick auf den CDS. Vor allem aber gewinnen wir eine wichtige Erkenntnis: Dass wir selbst aktiv werden müssen. Dass Digitalisierung nicht nur der Job von Menschen ist, die in einer Abteilung mit entsprechender Bezeichnung sitzen. Dass wir alle eine Verantwortung haben. Nicht jeder muss vorweg gehen, als Visionär oder Superstar agieren, aber mitgehen im Sinne von mitmachen, sein persönliches Potenzial einbringen, das können wir alle.

 

Für Manuel war das auch nicht selbstverständlich. Er staunt selbst über die technischen Möglichkeiten, die sich ihm eröffnet haben: „Wir haben tolle Kollegen hier, die ihr Wissen mit mir geteilt und mich dazu befähigt haben, all das hier zu nutzen“, erklärt er, und während er mit zwei Fingern die zweite Ebene der Präsentation hervorruft, sagt er mit einem Lächeln und doch einer gewissen Ehrfurcht: „Für mich ist das immer noch ein bisschen wie Magie!“

 

Ein Digital Dip, der gezeigt hat, was dieses Format alles möglich macht: Wir müssen keine Digitalisierungs-Experten sein, wir können auch einfach unsere persönlichen Erfahrungen teilen, inspirieren, Mut machen. Wer vorher kein „Ja-Sager“ war, der wird seine Haltung jetzt überdenken. Danke, Manuel!